Privater Kunstblog zum Thema:

Künstlerisches Handeln in Zeiten globaler Umbrüche


Die Welt von heute scheint aus den Fugen geraten. Sie ist durch große Unsicherheit, Unübersichtlichkeit und Fragilität, Krieg und Flucht, Terror und Gewalt geprägt. Damit ist die Entwicklung unserer zukünftigen Lebenswelten wieder zu einem bedeutsamen Schwerpunkt in der Kunst geworden. Auch die Erkenntnisse und Prognosen der Techniksoziologie und der Zukunftsphilosophie werden zunehmend als Gegenstand der Kunst entdeckt. Die bildende Kunst, das Theater, die Literatur und der Film reagieren darauf auf unterschiedliche Art und Weise. Mich beschäftigt die Frage, wie kann sich der Künstler, der ja Teil dieser Entwicklungen ist, den sich daraus ergebenden existentiellen Herausforderungen sinnvoll nähern? In diesem Zusammenhang möchte ich meine Bilder aus der Zeit um 5 nach 12 in lockerer Folge vorstellen. Texte zu den globalen Auswirkungen des westlichen Wirtschafts- und Gesellschaftssystems ergänzen diese bildlichen Darstellungen. Über Reaktionen von Künstlern, die einen ähnlichen Ansatz verfolgen, würde ich mich freuen.


SpotLights Berlin

Mittwoch, 26. November 2025

Tarnnetze an der Neuen Nationalgalerie Berlin



Im Rahmen des dreitägigen Festival of Future Nows (31.10. bis 02.11.2025) war die Neue Nationalgalerie Berlin teilweise mit militärisch genutzten Netzen aus der Ukraine verhüllt. 120 Tarnnetze hingen an der Fassade des Mies van der Rohe-Baus. Es handelte sich um das Projekt „Lachen ist verdächtig“ des Berliner Künstlers Fabian Knecht. Hierfür brachte er auf sechzig Quadratmetern handgeknüpfte Netze, die zur Tarnung von Gebäuden von Menschen aus der Ukraine aus alten Kleidern angefertigt wurden, an der Fassade an.

Das Festival fand 2014 erstmals anlässlich des Abschlusses des von Olafur Eliasson geleiteten Modellstudiengangs Institut für Raumexperimente an der Universität der Künste (UdK) statt. Der Direktor der Nationalgalerie Klaus Biesenbach und der dänisch-isländische Kunst-Superstar Olafur Eliasson hatten überlegt, wie sie das Jubiläum ihrer 30-jährigen Kooperation feiern könnten. Sie wollten dazu alle Künstler einladen, mit denen sie zusammengearbeitet hatten.

Können wir nicht die ganze Stadt einladen?, hatte Eliasson gefragt. So wurde das Future-Festival 2025 geplant, das allen Menschen einen leichten Zugang zu Aspekten urbaner Zukunft ermöglichen soll. Der Massenandrang, der auf dem Foto zu sehen ist, zeigt, das das Publikum diese Einladung dankend angenommen hatte. 

Weiterführende Informationen:

Original Website Neue Nationalgalerie Berlin zum Festival of Future Nows ( DE | EN )

Original Website von Olafur Eliasson

Universität der Künste Berlin