Privater Kunstblog zum Thema:

Künstlerisches Handeln in Zeiten globaler Umbrüche


Die Welt von heute scheint aus den Fugen geraten. Sie ist durch große Unsicherheit, Unübersichtlichkeit und Fragilität, Krieg und Flucht, Terror und Gewalt geprägt. Damit ist die Entwicklung unserer zukünftigen Lebenswelten wieder zu einem bedeutsamen Schwerpunkt in der Kunst geworden. Auch die Erkenntnisse und Prognosen der Techniksoziologie und der Zukunftsphilosophie werden zunehmend als Gegenstand der Kunst entdeckt. Die bildende Kunst, das Theater, die Literatur und der Film reagieren darauf auf unterschiedliche Art und Weise. Mich beschäftigt die Frage, wie kann sich der Künstler, der ja Teil dieser Entwicklungen ist, den sich daraus ergebenden existentiellen Herausforderungen sinnvoll nähern? In diesem Zusammenhang möchte ich meine Bilder aus der Zeit um 5 nach 12 in lockerer Folge vorstellen. Texte zu den globalen Auswirkungen des westlichen Wirtschafts- und Gesellschaftssystems ergänzen diese bildlichen Darstellungen. Über Reaktionen von Künstlern, die einen ähnlichen Ansatz verfolgen, würde ich mich freuen.


Samstag, 1. Februar 2014

Weiter, immer weiter.

Metropolis. Überall und nirgends. Düstere Katakomben und ewige Gärten. 
Heiter und sorglos im bröckelnden Arkadien. Die brennenden Hochhaustürme 
von Sarajewo und New York? Weiter.
Bikiniatoll, Seveso, Bophal und Tschernobyl? Weiter, weiter. 
Ruanda, Bagdad und Kabul? Weiter, immer weiter. 
Lehman Brothers? Ozonloch und Multi-GAU? Weiter!  
Business as usual. Netznomaden verloren im Global village.
Es steht nicht gut um uns. Innehalten? Weiter, immer weiter.
Am Ende, wenn nichts mehr geht, zerschellen alle Verdrängungen, 
Hoffnungen und Verheißungen.
Es ist soweit. Endzeit. Rien ne va plus! Metropolisblues. 
Ein Bildertanz im Stand-by-Modus einer vermeintlich goldenen Zeit.



Weiter, immer weiter | Acryl a. Lwd. | B 80cm x H 100cm | 2010